Verhaltensberatung

Da viele Verhaltensprobleme auf körperliche Ursachen zurückzuführen sind, ist es wichtig, dass Ihr Hund vor Beginn einer Verhaltensmodifikation gründlich von Ihrem Tierarzt untersucht wird. Dies ist keine Option, sondern ein Muss. Um den Tierarztcheck bestätigen zu können, bekommen Sie per Email oder Post ein Formular von mir, das Ihr Tierarzt bitte ausfüllt.

Das Erstgespräch findet entweder in meiner Praxis in Puchberg am Schneeberg oder bei Ihnen zu Hause statt. Dies hängt sehr stark von den gegebenen Problemen Ihres Hundes ab. Das Gespräch dauert im Regelfall zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Bei diesem Gespräch gehen wir auch den Fragebogen durch, den Sie bereits vor unserem ersten Treffen ausgefüllt und an mich retourniert haben.

Während dieser ersten Konsultation werde ich die möglichen Gründe für das problematische Verhalten Ihres Hundes erläutern. Außerdem werden wir bereits Veränderungen zum besseren Management des Problems besprechen. Alle nötigen Trainingstechniken oder –methoden werden Ihnen von mir gezeigt und Sie haben die Möglichkeit diese unter meiner Anleitung zu erlernen. Spätestens sieben Tage nach unserem Erstgespräch bekommen Sie einen ausführlichen Trainingsplan zugeschickt (Email oder Post). 

Für das Erstgespräch (inkl. Trainingsplan) berechne ich € 70,- pro Stunde (inkl. MwSt.) zzgl. eventueller Fahrtkosten, die ich mit € 0,42 Cent/km hin und retour berechne. Kontinuierliche Beratung per Email oder Telefon sind selbstverständlich inkludiert, sowie etwaige Statisten und Statistenhunde.

Wie arbeiten wir?

Sowohl für Trainings, aber speziell für Verhaltensberatungen arbeiten Nicole und Gernot nach der „Hierarchie von Verhaltenseingriffen“ wie sie von Friedman (2009) und O’Heare (2013) beschrieben wird. Diese Hierarchie umfasst 6 Levels von Modifikationsstrategien. Dazu Friedman (2009, 2010, 2013, p.4):

Die überwiegende Mehrheit von Verhaltensproblemen kann verhindert oder verbessert werden, wenn eine oder mehrere Strategien aus Level 1 bis 4 angewendet werden.

  • Level 1: Medizin, Ernährung, Physiologie
  • Level 2: Auslöser, Ausgestaltung
  • Level 3: Positive Verstärkung
  • Level 4: Differentielle Verstärkung von alternativen Verhaltensweisen
  • Level 5: Löschung, negative Verstärkung, negative Strafe
  • Level 6: Positive Strafe

Dieser Leitfaden gründet in einem Standardwerk aus dem Gebiet der angewandten Verhaltensanalyse, welcher auch „am wenigsten einschränkende Verhaltensmaßnahmen“ (engl. LRBI) genannt wird.
O’Heare (2013, online) hat hierzu einen sehr empfehlenswerten Artikel verfasst. Er schreibt darin:

Haustiere, mit denen unser Berufsstand zu tun hat, sind in einer professionellen Beziehung, welche wir mit ihnen aber auch ihren Haltern aufbauen, genauso verletzlich wie kleine Kinder es in Beratungsbeziehungen zwischen Psychologe, Kind und Eltern sind. Haustiere können nicht dafür sorgen, dass sie informiert den für sie ausgewählten Interventionen zustimmen. Deshalb ist der verantwortungsvolle Verhaltensberater dafür zuständing, dass die Interessen des Haustieres gewahrt werden und, dass dem Tier Respekt und Würde entgegengebracht wird, indem die verhaltensrelevanten Änderungen in einer minimal einschneidenden Art und Weise durchgeführt werden. Ein effektives Verhaltensmodifikationsprogramm, welches dem Haustier hilft sein Repertoire von angepassten Verhaltensweisen aufzubauen ist im besten Interesse des Tieres, allerdings ist Effektivität alleine nicht ausreichend.

Aus diesem Grund halten sich Nicole und Gernot an den LIEBI (least intrusive effective behavior intervention) Algorithmus – dem Hund zuliebe!

Literatur

Friedman, S.G. (2009) Was stimmt nicht an diesem Bild? Effektivität ist nicht genug. North American Veterinary Conference, January 2009. [online] deutsche Übersetzung von Nicole M. Pfaller, ADipCBM, CBATI

O’Heare, J. (2013) The least intrusive effective behavior intervention (LIEBI) algorithm and levels of intrusiveness table: a proposed best-practices model. Version 5.0. Association of Animal Bahavior Professionals. [online] Verfügbar unter: http://www.associationofanimalbehaviorprofessionals.com/liebi50.pdf

Was unterscheidet eine Verhaltensberaterin von einer Hundetrainerin?

Die Aufgabe einer Verhaltensberaterin ist, dass sie den Haltern die Ätiologie (Herkunft & Ursache) des unerwünschten Verhaltens erklärt, Management- & Lösungsansätze bietet und die Halter während des Trainings unterstützt. Die Verhaltensberaterin hat im Idealfall einen fachspezifischen akademischen Abschluss und bildet sich laufend bei qualitativ hochwertigen Seminaren, Workshops und Vorträgen weiter. Vertieftes Fachwissen in folgenden Bereichen ist Grundvoraussetzung, um als Verhaltensberaterin tätig zu sein:

  • Angewandte Verhaltensanalyse (Lernpsychologie)
  • Ethologie (Verhaltensforschung)
  • Medizinische Ursachen für unerwünschtes Verhalten
  • Auswirkungen von Stress, Schmerzen & Emotionen auf das Verhalten & Lernen
  • Wissen über Ernährung als mögliche Faktoren für unerwünschtes Verhalten
  • Basiswissen Psychopharmakologie
  • Fundiertes Wissen in den Bereichen Humanpsychologie, Coaching & Kommunikation (Zuhören, Fragen stellen, Wissen um Analyse & Synthese)

Die Verhaltensberaterin arbeitet in den meisten Fällen eng mit einem oder mehreren Tierärzten zusammen und nimmt auch Überweisungen von Tierärzten an. Eine seriöse Verhaltensberaterin wird auch einen spezialisierten Tierarzt mit Zusatzausbildung in Verhaltenstherapie hinzuziehen, wenn sie die Notwendigkeit sieht.

Wir sind für Sie da

Folgende Bezirke werden von mir betreut:

  • Niederösterreich: Neunkirchen, Wiener Neustadt, Lilienfeld
  • Burgenland: Mattersburg, Oberpullendorf, Oberwart, Güssing, Jennersdorf
  • Steiermark: Bruck an der Mur, Mürzzuschlag, Weiz, Graz und Umgebung, Hartberg, Fürstenfeld

Sollten Sie in einem Bezirk wohnen, der nicht von mir abgedeckt wird, empfehle ich Ihnen gerne eine kompetente Kollegin.

Follow Up Termine

Es ist mein Ziel Ihnen während des Erstgesprächs alle nötigen Informationen und Techniken, um das problematische Verhalten Ihres Hundes zu ändern, näher zu bringen. Trotz aller Bemühungen kann es aber nötig sein, dass wir uns zu Folgeterminen treffen, um etwaige Fragen und Unklarheiten zu besprechen und erwünschtes Verhalten weiter zu festigen. Folgetermine können bei Ihnen zu Hause, in unserem Trainingsgelände oder in meiner Praxis stattfinden. Dies ist abhängig von der jeweiligen Situation.

Für Follow-up Termine berechne ich einen vergünstigten Tarif von € 40,- pro Stunde (inkl. MwSt.), zzgl. Fahrtkosten (hin und retour) € 0,40 pro Kilometer.

Vereinbaren Sie einen Termin

Um einen Termin zu vereinbaren, schreiben Sie bitte ein Email an:

Nicole Pfaller-Sadovsky, BSc (Hons) ADipCBM CBATI

Telefon: 02636/25225

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!